Assault Android Cactus – Nicht nur lustig, auch genial

Twin Stick-Shooter sind nicht unbedingt meine Spezialität. Die meisten sehen entweder so epileptisch aus, dass ich sie nicht anfassen mag (Geometry Wars *hust*), oder sie bedienen sich der allseits beliebten, total ausgenudelten Zombiethematik. Trotzdem mag ich Twin Stick-Shooter. Schon allein durch ihre Gamepad-Abhängigkeit müssen sie mir als Konsolenkind in gewisser Weise nahe stehen. Und zum großen PSN-Hack von 2011, als es Dead Nation auf amerikanischen PlayStation Network-Accounts kostenlos zum Herunterladen gab, hatte ich damit so viel Spaß, dass ich mit Freuden die Platin-Trophäe erreicht habe. Das war mein letzter Twin Stick-Shooter vor dieser Woche. In den letzten paar Tagen habe ich sowohl Geometry Wars 3: Dimensions Evolved auf der PlayStation Vita als auch Assault Android Cactus ausprobiert, und ich bin beide unendlich verliebt.

Dass Geometry Wars ein gutes Spiel ist, wissen diejenigen, die sich für die Art von Spielerlebnis interessieren und die entsprechenden Plattformen haben sowieso. Assault Android Cactus hingegen ist (schon allein aufgrund des Namens) nicht jedem ein Begriff. Und das sollten wir ändern. Denn AAC ist der möglicherweise beste Twin Stick-Shooter auf dem Markt (Derzeit sage ich das häufig über ein Spiel und sein Genre…), und das quasi aus dem Nichts. Zugegeben, Cactus befand sich zwei Jahre lang im Early Access-Status auf Steam, doch aufgrund seiner Nischigkeit und des überlaufenen Early Access-Angebots sagt das ja noch absolut gar nichts über die Bekanntheit eines Spiels aus. Doch die lange öffentliche Entwicklungszeit hat dem Spiel gut getan.

Cactus ist ein Android. Genauer gesagt eine von insgesamt acht Androiden mit ähnlich intelligenten Namen wie Starch und Aubergine. Als Teil einer Art intergalaktischen Polizei ist sie beauftragt worden, einen Raumfrachter zu durchsuchen, der plötzlich den Geist aufgegeben hat. Selbstredend fängt die gesamte robotische Besatzung des Frachters nach Cactus‘ Ankunft an sie aus allen Rohren zu beschießen, und Cactus muss sich gemeinsam mit der Androidenbesatzung gegen die schwärmenden Massen an überraschend gut bewaffneten Arbeiterroboter wehren. Zu diesem Zweck macht sie Jagd auf die vier Kontrolleinheiten des Schiffs, die unterschiedliche Bereiche betreuen: Klassische riesige Bossmonster, samt Einführungsdialog und mehreren Kampfphasen. Aber um dahin zu kommen, müssen sich die Androiden zuerst durch mehrere unterschiedlich aufgebaute, kleine Gebiete voll Wellen an Kroppzeug schießen. Dabei hat jeder Android seine eigene Bewaffnung, die jeweils aus einer dauerhaft einsetzbaren Primär- und einer zeitlich begrenzten Sekundärwaffe besteht. Welchen Androiden man benutzt, um die Highscores der Level zu knacken, die Story durch zu spielen oder den Endlos-Modus zu bezwingen macht keinen Unterschied. Nach jedem Geschichtslevel lässt sich sogar nach Belieben wechseln. Ich habe volle Kontrolle darüber, wie ich das Spiel spielen möchte. Sehr gut!

Und wie sich das Spiel spielt. Mein persönlicher Liebling ist Starch mit ihrem durchgehenden Laser, doch alle Androiden steuern sich gleich gut und tun, was sie tun sollen: Ein Effektgewitter auf riesige Horden unterschiedlicher Gegnerformen abfeuern, Punkte aufsammeln und Power Ups freiballern. Je mehr Punkte ich sammle, desto stärker wird meine Primärwaffe. Power Ups bestehen aus zusätzlicher Feuerkraft, schnellerem Rennen oder dem Einfrieren aller Gegner im Raum. Minimalismus, der das Spiel auf genau die Features reduziert, die es braucht. Und graphisch geht es dabei ganz und gar nicht minimalistisch zu. Denn Assault Android Cactus sieht auf der höchsten Stufe fantastisch aus, nicht nur in Hinsicht auf die Effekte, sondern auch bei den Charakteren. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt, der Stil funktioniert super. Und der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Die Dialoge zwischen den Androiden und zwischen Android und Boss sind herrlich dämlich, gerade die Bosse erinnern mich unweigerlich an alte Klassiker wie Mega Man (schon allein durch die Thematik der Robotic Overlords). Und wer mehr zu lachen braucht, für den ist bei den freischaltbaren Gegenständen gesorgt: Mit durch Highscores erzielten Credits lassen sich unterschiedliche Filter für die Kamera freischalten oder ein das Spiel noch ulkiger wirken lassender Small Head Mode. Und einfach weil sie es fertig gebracht haben, haben die Entwickler von Witch Beam einen First Person Shooter-Modus eingebaut, wenn man einmal hautnah Android sein möchte. Funktioniert nicht die Bohne, ist aber eine super Idee. Calling it now: Best Twin Stick ever.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s