SUPERHOT SUPERH SUPE S

Das Jahr ist noch keine vollen zwei Monate alt und als jemand, der Indiespiele gerne hat, weiß ich schon jetzt nicht, wo ich anfangen soll zu spielen. Firewatch, The Witness, Oxenfree, Darkest Dungeon und nun SUPERHOT sind auf die Bühne getreten und zeigen mir ein ums andere Mal eine neue Perspektive eines Genres, das ich längst abgegrast zu haben geglaubt habe. SUPERHOT schafft das nun mit dem vermutlich vorurteilsbehaftetsten Genre der gesamten Spieleindustrie: dem Shooter. SUPERHOT nimmt sämtliche Reflexe aus dem gewöhnlichen Shootergameplay, indem es die Zeit nur dann voranschreiten lässt, wenn ich mich bewege oder in irgendeiner Weise handle. Bleibe ich stehen, bewegt sich alles um mich herum nur noch in Zeitlupe, und ich kann Kugeln ausweichen, die ich bei normaler Geschwindigkeit nicht einmal gesehen hätte.

 

Was auch immer die Marketingkampagne euch glauben machen möchte: SUPERHOT ist kein Shooter. Jede Schusswaffe kann genau so gut ein Katana sein, eine zerbrochene Flasche oder eine Billardkugel. Obwohl es das Gewand eines Egoshooters trägt, ist SUPERHOT durch und durch ein Puzzle. Ein einziges, riesiges Puzzle. In jedem Level, im Menü, im Ladebildschirm. In meinem Kopf. Es geht nur darum, alle REDs in jedem Abschnitt zu beseitigen. Wie, ist egal. Es ist ein Training. Es soll dich abschrecken und gleichzeitig konditionieren. Und wieso Egoshooter? Da ist kein Ego. Kein Ich. Nur Wir.

 

Mit dieser Mechanik töte ich mich nun von Level zu Level, indem ich pro Abschnitt alle Gegner, die treffend benannten REDs, ausnehme. Die sterben schon bei einem Treffer, egal wohin – genau wie ich.

 

Macht dich das nicht stutzig?

Besonders befriedigend macht das Ganze die Grafik – obwohl maximal minimalistisch in weiß, schwarz und rot gehalten, splittert jeder getötete RED und jeder zerbrochene Gegenstand in kristallinen Brocken durch die Gänge der Spielwelt von SUPERHOT. Und als Belohnung am Ende jedes Abschnitts bekomme ich meinen Durchlauf noch einmal als Replay serviert, und zwar so, wie er aussehen würde, wenn die Zeit dauerhaft normal ticken würde – wodurch jedes bestandene Level aussieht wie der Speedrun eines Call of Duty-Profis. Jedes dieser Replays kann ich dann auch noch lokal speichern und auf der spieleigenen Videowebsite Killstagram hochladen, um meine Freunde zu locken um sie mit meinen Freunden zu teilen.

 

Fall nicht darauf herein. Verteile keine Downloads, teile keine Videos. Mach Sie nicht auf dich aufmerksam und deine Freunde nicht auf dieses Spiel. Das macht Sie nur stärker.

 

Richtig überrascht hat mich vor allem die Geschichte von SUPERHOT, denn in Kombination mit der Ästhetik der Umwelt, der Musik und den ominösen Texteinblendungen wird daraus ein Gesamtbild, dass gerade in Anbetracht von Bildern, auf denen hunderte Menschen mit Virtual Reality-Brillen in Reih und Glied sitzen, auf perverse Art und Weise mit der Realität verschmilzt. SUPERHOT startet als Hackerfantasie und driftet schneller in einen dystopischen Thriller ab, als ich überhaupt verstehe, was ich tue. Und als ich es verstehe, kann ich schon längst nicht mehr aufhören.
Ich muss weiterspielen, jedes Level perfektionieren, nach den etwa zwei Stunden, die die Story dauert, eine der zahllosen Herausforderungen dazuschalten und von neuem beginnen.

Ich muss die Körper mit den REDs tauschen, nachdem sie auf mich geschossen haben. Damit sie auf sich selbst geschossen haben.

Es macht nämlich keinen Unterschied.

Meine Hände sind schließlich nur dann nicht rot, wenn ich sie durch meine eigenen Augen sehe.

Ein Körper hält mich nur zurück. HOT Warum nicht mehrere?
SUPER HOT

Habt ihr schon von diesem coolen neuen Spiel gehört, SUPERHOT? Probiert es doch mal aus.

 

Es wird euch gefangen halten.
HOT SUPER HOT SUPER HOT SUPER HOT SUPER HOT SUPER

Ein Kommentar zu „SUPERHOT SUPERH SUPE S

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