In eigener Sache: Erstes Jubiläum und Sommerpause

Ein ganzes Jahr ist es schon her, dass ich meinen ersten eigenen Blog gestartet habe. ich Vor genau 366 Tagen (Schaltjahr!), am 26.07.2015 habe ich meinen ersten eigenen Blog mit folgendem Satz eingeleitet:

Fasziniert und erfreut sehe ich dabei zu, wie Amelia Earharts persischer Übersetzer den einzigen Wachmann unseres Treks zerfleischt, um sich dann an seinen Eingeweiden zu laben.

Damit habe ich mich natürlich nicht gleich zu Anfang als sadistischer Psychopath geoutet, sondern meinen ersten Text – eine Early Access-Preview zu The Curious Expedition – eingeleitet. Bemerkenswert, weil das gleichzeitig der einzige Text – abseits der gamescom-Vorschauen – zu einem offiziell unfertigen Spiel auf Indieflock ist (und bleiben wird).

In diesem Post hier will ich einen kleinen Rückblick starten: Auf meine Top 3 der Ereignisse des letzten Jahres, sozusagen. Gleichzeitig möchte ich auch ein bisschen was von dem anteasen, was noch kommen soll – vielleicht mache ich ja jemanden neugierig?

Science Fiction-Jahrbuch 2015

Seit 2015 erscheint das seit 30 Jahren existente Science Fiction-Jahrbuch im überschaubar großen Golkonda-Verlag – darauf gestoßen bin ich über den lieben molosovsky auf Twitter, der dort beim Jahrbuch 2015 als Lektor fungiert hat. Der hat Leute rekrutiert, um die von trockenen Reviews geschundene Gamesabteilung des Buches ein wenig auf Vordermann zu bringen. Ohne wirklich daran zu glauben, genommen zu werden, habe ich mich gemeldet – ich hatte ja nicht viel vorzuweisen. Trotzdem durfte ich schreiben und habe damit meine erste Auftragsarbeit bekommen. Das Belegexemplar steht seither stolz im Regal, und der Text ist auch ganz okay geworden, finde ich – er handelt vom damals neu erschienenen Sid Meier’s Civilization: Beyond Earth und von unterschiedlichen Ideologien, die sich im All um die Geschichte der alten Ahnen auf der Erde bilden. Und wenn euch der gefällt, habt ihr sicher viel Spaß an den anderen Games-Texten, den Essays, den Comic-Besprechungen et cetera et cetera im Jahrbuch.
Außerdem wurde das SF-Jahrbuch 2015 mit dem Kurt Lasswitz-Preis 2016 geehrt, was mich über drei Ecken irgendwie zum Preisträger macht. Und das finde ich ziemlich super!

Polyneux!

Ich war schon ein bisschen stolz, als mich irgendwann im November plötzlich SpielerZwei von polyneux.de angeschrieben und frei heraus gefragt hat, ob ich bei ihnen mitschreiben mag. Die Seite hatte ich schon lange sehr gern, hauptsächlich wegen der ungekürzten, frei Schnauze aufgenommenen Podcasts, die sich trotzdem (oder deswegen) so ausführlich mit dem entsprechenden Spiel befassen. Mein erster Text auf Polyneux ging im Dezember durchs interne Lektorat und befasste sich mit Life is Feudal: Your Own. Ich mag den Text sehr gerne, weil er gleichzeitig Tagebucheintrag ist und Widmung an die Menschen, mit denen ich tolle Stunden in der virtuellen Mittelalterwelt verbracht habe.

That Dragon, Cancer

Einer meiner aktuelleren Texte beschäftigt sich mit dem traurigen narrativen Spiel That Dragon, Cancer – aber nicht unbedingt hauptsächlich. Es ist nicht immer ganz leicht, vom antrainierten Stil der Bewertung von Spielen abzuweichen. Viele – auch misslungene (I am looking at you, SUPERHOT-Text) – Experimente hier im Blog belegen das. Bei That Dragon jedoch hatte ich einen ganz persönlichen Grund zu reflektieren und habe deswegen das Spiel mit anderen Augen gesehen, als ich es beim „nur mal so“ spielen hätte. Das Thema Trauer ist ein Minenfeld und keines, das im Medium Videospiel ausreichend beackert wurde – unbedingt einmal in das Spiel herein gucken, wenn euch mein Text nicht gar zu sehr abstößt.

Was kommt…

Zunächst einmal das ‚Schlimmste‘ aus dem Weg: Ich werde die nächsten beiden Monate in England verbringen. Teils fürs Studium, aber um ein paar andere Ecken als München zu sehen werde ich dort mein Englisch verbessern und Zeit auf dem Land verbringen. Entsprechend unsicher ist, ob ich Internetzugriff habe – geplant ist jedoch ein kleiner Reiseblog mit einem Freund, in dem wir unsere Abenteuer und Eskapaden festhalten. Vielleicht bringe ich ja auch einen ganzen Stapel hier indizierter Klassiker mit nach Hause.

Science Fiction-Jahrbuch 2016

Auch im nächsten Science Fiction-Jahrbuch von Golkonda werde ich vertreten sein, erneut durch molosovskys lektorierende Hand im Zaum gehalten. Dieses Jahr habe ich mir einen kleinen Titel ausgesucht, der dafür etwas ganz gehörig anders macht als die meisten SciFi-Games und mittlerweile zu meinen absoluten RPG-Lieblingen gehört. Die Rede ist von The Age of Decadence, und wenn ihr davon noch nie gehört habt, solltet ihr euch diesen Text hier vielleicht ansehen und dann einen Blick ins Jahrbuch 2016 werfen, wenn es erscheint… Auch dieses Jahr kann ich die tollen Texte im Gaming-Bereich nur empfehlen, die durfte ich nämlich schon lesen!

Das Völkerrecht von Metal Gear

Zu guter Letzt gibt es noch einen Ausblick auf ein Projekt, dass noch ein wenig Arbeit braucht. Ein veröffentlichbarer Teil davon ist zwar bereits vollendet, aber da ich nicht mindestens zwei Monate Pause zwischen zusammenhängenden Artikeln verstreichen lassen möchte, muss dieses Projekt noch etwas warten. Ohne groß um den heißen Brei herumzureden: Ich möchte mich intensiver mit rechtsphilosophischen und -wissenschaftlichen Fragen in Spielen beschäftigen und habe mir als erstes Projekt Metal Gear Solid herausgesucht, genauer dessen große Vision von der ‚Army without a Nation‘. Als kleinen Appetithappen gibt’s hier einen Teil der völkerrechtlichen Perspektive, mit der ich mir Peace Walker, The Phantom Pain und Co. ansehe…

[…] fast jeder Teil der Reihe beschäftigt sich mit einer Version von Big Boss großer unabhängiger Version. Und bis auf Zanzibar Land sind sie alle in irgendeiner Weise auf See. Die Mother Bases von MSF und Diamond Dogs bestehen aus Ölbohrplattformen weit vor der Küste. Shadow Moses ist eine winzige Insel ohne direkte Assoziation mit einem Land, wenn auch akquiriert von Amerika. Outer Haven ist Arsenal Gear, ein unterseefähiges, gigantisches Kriegsschiff der Patriots. Armies with Nations, yet without Countries.
Seit ich Völkerrechtsvorlesungen besuche, komme ich jedoch nicht an der Frage vorbei, wie legitim denn besagte Nationen aus globaler Sicht wären. Ein Staat muss bestimmte Kriterien erfüllen, um als solcher anerkannt zu werden. Und was kümmert es ihn, wenn er nicht anerkannt wird? Hat er dadurch Nachteile, Probleme? Um den Sachverhalt ins Metal Gear-Universum zu übertragen, müssen wir ihn erst einmal in unserem verstehen.

Hiermit verabschiede ich mich also in die britische Sommerpause. In diesem Sinne…

2 Gedanken zu “In eigener Sache: Erstes Jubiläum und Sommerpause

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