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Lieblingskritiken 2017: Die besten Videospielartikel des Jahres – Part 2: Das Finale!

Noch ein letztes Mal möchte ich um eure Aufmerksamkeit bitten für den Abschluss der Lieblingskritiken 2017: den zweiten Teil der eingereichten Texte! Erneut vielen Dank an euch alle – sowohl an die Einreichenden, aber vor allem an die Schreiber und Produzenten der vielen großartigen Artikel, Videos und Podcasts, die wir im letzten Jahr gesehen haben und von denen nur ein Bruchteil hier in der Liste gelandet sind. Wenn ihr in diesem Jahr über tolle Videospielkritiken stolpert – speichert sie euch! Ende 2018 freut sich jemand ganz bestimmt sehr darüber, seine Artikel noch einmal mit einer Laudatio gewürdigt zu sehen.
Viel Spaß nun endlich mit dem Abschluss der Lieblingskritiken!

Teil 1 der eingereichten Artikel für die Lieblingskritiken 2017 könnt ihr hier nachholen.
Die Liste der eingereichten Podcasts und Videos könnt ihr hier nachholen.

  • A normal lost phone – Review von Yannic Hertel,
    nominiert von Daniel Ziegener

    Seine Rezension zu A Normal Lost Phone hat Yannic als Smartphone-Interface gebastelt. Genau von dieser Art interaktiver Reviews möchte ich noch viel mehr sehen!
  • Random Encounters: Dating Lessons von Nina Kiel,
    nominiert von Daniel Ziegener auf lostlevels.de

    Nina Kiel testete die bizarre Virtual-Reality-App eines selbsterklärten „Pick-Up-Artists“ und enttarnte deren manipulativen und frauenverachtenden Strategien. Ihre Auseinandersetzung mit allen Facetten von Sex, Liebe und Beziehungen in Videospielen wird unter dem Blog Random Encounters in diesem Jahr hoffentlich wieder aufgenommen – denn sie ist immernoch einzigartig.
  • Freude, Fehler und ein bisschen Wut: Die vergessenen Höhe- und Tiefpunkte des Spielejahres 2017 von Dominik Schott,
    nominiert von Franz P. Handermann

    „Orks, Untote, Skelettkrieger, das geht klar. Aber Frauen in schwerer Rüstung? Niemals!“ Ein toller historischer Jahresrückblick auf die Spielebranche und -presse.
  • 2B or not 2B von Markus Dittmar,
    nominiert von Daniel Ziegener auf lostlevels.de

    Unter dem wortverspielten Titel rezensierte Marcus Dittmar (der inzwischen unter Sieben von Zehn bloggt) auf Superlevel einen der dank existenzialistischer Storyline und japanischer Softcore-Erotik heißesten GOTY-Anwärter – und das gleich fünf Mal. Eine ebenso kreative wie kritische Herangehensweise an ein Spiel, zu dem schon fast alles gesagt wurde.
  • Horizon: Zero Dawn – Stell dir vor, eine Frau rettet die Welt von Katharina Jach,
    nominiert von Meg | Rhukii

    Eine meiner Lieblingskritiken aus dem vergangenen Jahr: ein Gastpost auf Aurelia Brandenburgs Blog über Horizon: Zero Dawn von Katharina, einfach weil ich mit vielem Angesprochenem übereinstimme und er wundervoll geschrieben ist.
  • Bundesfighter II Turbo • Der letzte Schlag im Wahlkampf von Sven,
    nominiert von Jörn

    Bissig-satirische Review mit leicht ironischem Unterton zu einem nicht ganz ernstgemeinten Spiel. Klasse gemacht.
  • In Wolfenstein: The New Order siegt die Empathie über den Faschismus von Daniel Ziegener,
    nominiert von Yannic Hertel auf videospielgeschichten.de

    Daniel Ziegener spricht in Zeiten von erstarkenden Rechten und einem Diskurs über die Zensur in Wolfenstein 2 noch einmal über den starken Vorgänger, dessen Kernaussage einem auch in düsteren Zeiten als leuchtendes Licht zumindest ein wenig Wärme schenken kann.
  • Videospiele in der DDR: Games für den Klassenkampf von Denis Gießler,
    nominiert von ebendem

    In meinem Beitrag geht es um den Umgang mit Computerspielen in der DDR. Viel zu lange wurde übersehen, dass es im „Arbeiter- und Bauernstaat“ eine rege Entwickler- und Spielerszene gibt. Mit meinem Beitrag habe ich einen Grundstein gelegt für eine weitere Bearbeitung des Themas. Der Text ist umfangreicher im Gamestar-Magazin erschienen.
  • Nächster Halt: Dinosaurier in all ihrer lebensfrohen Pracht von der GamePlane-Redaktion,
    nominiert von Daniel Ziegener auf lostlevels.de und Christina Kutscher

    Daniel: Auf Gameplane widmeten sich Caroline Valdenaire, Nicole Wetzel und our very own Christina Kutscher einem wunderbar spezifischen und freudigen Blick auf prähistorische Klischees. Ob als Museumsstücke in Vampire: Bloodlines oder niedliches Reittier Yoshi kommen die nämlich ziemlich oft in Spielen vor.

    Christina: GamePlane MUSS ich erwähnen, weil wir interessante Formate entwickelt haben und ich sehr, sehr viel Spaß dabei hatte.
  • Wer „Boob Armor“ sagt, muss auch „Schamkapsel“ sagen von Dominik Schott,
    nominiert von Christina Kutscher

    Boob Armor war 2017 ja auch ein großes Thema. Dazu fand ich diesen Beitrag auf ArchaeoGames extrem spannend.
  • Hinter Raptures Kulissen: Was BioShock beabsichtigt (Auch auf Videospielgeschichten) von Pascal Wagner,
    nominiert von Predo

    Der Bioshock-Text hat das Spiel recht schön seziert, auch wenn ich den Thesen nicht unbedingt zustimme.
  • No More Pork Eating Crusaders: Eternal Darkness und der lange Schatten des 11. September von Sylvio Konkol,
    nominiert von ebendem

    Dieser umfangreiche Artikel begann als das Nebenprodukt eines Nebenprodukts eines kleinen Beitrags, der eigentlich für meine Reihe zu schwarzen Figuren in Spielen geplant war. Unter meinen eigenen Artikeln des letzten Jahres ist er mir der liebste, weil ich interessante und wenig bekannte Aspekte der Entwicklungsgeschichte von Eternal Darkness in ihren gesellschaftspolitischen Kontext einbetten konnte, wie es so vermutlich noch nicht getan wurde.
  • Inside und die Frage nach der Wertigkeit von Spielen von Johannes Alvarez Lopez,
    nominiert von Cäcilia Sauer auf schraeglesen.de

    Rezensionen als Blogger zu schreiben ist irgendwie immer problematisch. Entweder ist die Rezension so oberflächlich, dass der informierte Internetleser sowieso schon alles mal gehört hat. (Große Spieleseiten sind mit ihren Rezensionen sowieso viel schneller.) Oder die Rezension ist so gespickt mit Spoilern, dass der Leser im Nachhinein gar nicht weiß, ob er das Spiel überhaupt noch spielen muss. Johannes von Crossmediaculture hat da eine recht clevere Lösung gefunden: Er setzt die Rezension einfach noch zusätzlich in einen kritischen Kontext – im Fall von Inside geht er beispielsweise der Frage nach, ab wann es sich eigentlich lohnt ein Spiel zu kaufen. Immerhin ist mit Inside mit 20 Euro doch recht teuer, wenn man bedenkt, dass der Indie-Titel nur drei Stunden bietet. Ob es sich lohnt, die Kritik zu lesen, obwohl man Inside schon gespielt hat. Spoiler: Absolut!
  • Ägypten? Hier geht es doch um “Journey”? von Konstantin Freybe,
    nominiert von Cäcilia Sauer auf schraeglesen.de

    Als ich das erste Mal von den Lieblingskritiken gelesen hatte, war für mich eines klar: Ich werde keine eigenen Beiträge nennen. Ich halte nicht viel von Selbstlob und mit meinen eigenen Beiträgen bin ich sowieso nie zufrieden. Wenn es sich aber um einen Gastbeitrag handelt, ist das schon eine andere Sachen – und so will ich wenigsten Artikel, den Konstantin im Rahmen unseres Journey-Themenspezials verfasst hat, nicht völlig außen vor lassen. Eigentlich handelt es sich dabei um einen Zweiteiler, der auch in seiner Vollständigkeit gewürdigt werden sollte. Dennoch möchte ich besonders den zweiten Teil hervorheben, in dem sich der promovierende Kulturwissenschaftler intensiv mit Jan Assmanns Theorie des kulturellen Gedächtnisses auseinandersetzt und diese anschaulich mit der Darstellung von Erinnerungskultur in Journey in Verbindung bringt.
  • Blut, Knochen und Gedärme: Eine kurze Kulturgeschichte des zerstückelten Körpers von Eugen Pfister,
    nominiert von Cäcilia Sauer auf schraeglesen.de

    Bleiben wir kurz im Bereich des Morbiden, obwohl meine nächste Lieblingskritik nur entfernt mit Videospielen zu tun hat – dafür aber umso wichtigere Argumente für einen großen großen Kritikpunkt an Videospielen bietet: Mit einer “Kulturgeschichte des zerstückelten Körpers” zeigt der österreichischer Spieleforscher Eugen Pfister auf Videogametourism nämlich, dass die Gewaltätigkeit, die Videospielen immer wieder vorgeworfen wird, schon lange (sehr lange) vor dem digitalen Zeitalter die Menschheit geprägt hat. Videospiele selbst kommen dabei nur im Eingangssatz zur Sprache, dafür bietet der Text genügend Argumente, um in nächsten Gewalt-Diskussion über Videospiele mit einem Schach-Matt zu beenden: “Ja, aber. Der Mensch war schon immer so.”
  • Warum ich einfach nicht Wehrmacht spielen mag von Markus Grundmann,
    nominiert von Sylvio Konkol auf spielkritik.com

    Markus Grundmann gelingt es, seine Rezension an Kriterien auszurichten, die in anderen Kritiken allenfalls eine Randnotiz ohne Wertungsrelevanz darstellen würden. Gleichzeitig erfüllt sein Beitrag alle Anforderungen an eine gute Rezension und lässt bei mir nicht nur das Gefühl zurück, bestens informiert zu sein – seine Herangehensweise hat mich überhaupt erst dazu gebracht, mich mit einem Spiel zu beschäftigen, dass mir sonst egaler kaum hätte sein können. Vorbildhaft!
  • Emotionen sind wichtiger als Blut von Matthias Kreienbrink,
    nominiert von Sylvio Konkol auf spielkritik.com

    Matthias Kreienbrink fiel 2017 mit einem fast konkurrenzlosen Output auf, mit einer Masse von Artikeln für unterschiedlichste Publikationen. Der Klasse tat das keinen Abbruch und dieser Artikel über Resident Evil 7 und das Horrorgenre ist mir am lebendigsten in Erinnerung geblieben. Das liegt vor allem an der starken Kernthese von der „Verletzbarkeit des Körpers“, die den Kerne des Survival Horrors bilde.
  • Quo vadis, Gamergirl? von Gudrun Hoffmann-Schoenborn,
    nominiert von Sylvio Konkol auf spielkritik.com

    Ein wunderbar unterhaltsamer Rant über Gamerinnen, die sich unter ihren Möglichkeiten verkaufen. Das ist nicht unbedingt schlimm oder falsch aber ganz sicher ziemlich schade – alles weitere verrät der Artikel.
  • Über das Kunstwerk Spiel, die Beziehung zwischen Spiel und Spieler und wieso ich keine DLC mag von Johannes Alvarez Lopez,
    nominiert von Sylvio Konkol auf spielkritik.com

    Gibt es (noch) das vollständige Spiel? Johannes Alvarez Lopez spricht hier, von eigenen Vorlieben ausgehend, ein grundsätzliches Phänomen an, das im Fahrwasser von Updates, DLC und Online-Gaming bis hin zu Free-to-Play-Microtransactions und Games as a Service mitschwimmt, und dessen Implikationen gerade für die Spielkritik enorm sein sollten, die aber trotzdem seltsam wenig Beachtung finden.
  • Wie Sounddesign uns zu besseren Spielern macht von Sascha Kretzschmar,
    nominiert von Sylvio Konkol auf spielkritik.com

    Der Sound eines Spiels ist für die Spielerfahrung kaum weniger wichtig als das grafische Feedback – das dürfte jeder wissen, der ein tief verinnerlichtes Spiel plötzlich einmal ohne Sound weiterspielen muss. Anhand von Playerunknown’s Battlegrounds und Overwatch erklärt Sascha Kretzschmar auf leicht verständliche Weise die Grundlagen modernen Videospiel-Sounddesigns.
  • What the Fugl?! Von Florian Zandt,
    nominiert von Christina Kutscher

    Dieser Text von Florian hat mir sehr gefallen, nicht nur wegen der phänomenalen Überschrift!
  • Ein Gedanke zu „Lieblingskritiken 2017: Die besten Videospielartikel des Jahres – Part 2: Das Finale!“

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