AAA, Spielereviews

Ein hübscher, brennender Haufen

Jetzt noch einen Artikel über Star Wars Battlefront II zu schreiben ist undankbar. Ich komme eigentlich nicht darum herum, zu erwähnen, wie das Spiel zum Flaggschiff einer Glücksspiel-Diskussion wurde, die bis vor die Gerichte und Landtage des Erdkreises schwappt. Jeder Artikel muss – und das zu Recht – damit eröffnen, dass EAs Lootbox-Praxis allerunterste Schublade ist, dass der gesamte Multiplayerteil sich raubtierartig auf jüngere Spieler und solche mit Suchtgefahr stürzt und dass auch das zeitweise Herausnehmen der Bezahlwährung das System nicht besser gemacht hat. Ohnehin kommt die Aufforderung zur Echtgeldinvestition ja im nächsten Jahr wieder, EA und Dice möchten nur das Weihnachtsgeschäft so unfallfrei wie möglich mitnehmen.
Kurzum: Jeder Text über Star Wars Battlefront II sollte betonen, dass man dieses groteske Machwerk der Unternehmenslogik nicht kaufen sollte. Das sei hiermit getan. Unterstützt das nicht; kauft es nicht. Weiterlesen „Ein hübscher, brennender Haufen“

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Indie, Spielereviews

Safe ist das neue Sexy

Frictional Games Horrorhit SOMA bekommt diesen Dezember einen „Safe Mode“ – einen Spielmodus, in dem alle Gegner aus der Spielwelt entfernt werden und dadurch alle Schleichpassagen wegfallen. Damit reiht sich SOMA in die Ruhmeshalle an Spielen ein, die das Feedback ihrer Community so ernst nehmen, dass sie sogar zwei Jahre nach Release noch grundlegende Änderungen ihres Systems einbauen. Die Ankündigung kommt dabei zu einem passenden Zeitpunkt – erst kürzlich entflammte die Diskussion darum, ob zusätzliche einfachere Spielmodi Spielen guttäten, am Beispiel von Cuphead. Weiterlesen „Safe ist das neue Sexy“

Indie, Spielereviews

Nostalgie kann was!

Meine Kindheit ist wieder in. Das merke ich ja bereits seit einigen Jahren. Die ersten beiden Generationen von Pokémon existieren auf Mobiltelefonen, Ratchet & Clank hat ein Remake bekommen, alte Nintendokonsolen irgendwie auch. Auch Yooka-Laylee ist so ein Ding, das existiert. Weiterlesen „Nostalgie kann was!“

Feature, Spielereviews

Cupheads fragwürdige Fronten. Neues Schlachtfeld, alter Konflikt

Ein neues populäres, mit schwierigem Gameplay ausgestattetes Spiel kommt auf den Markt und man kann die Uhr danach stellen: Die Rufe nach einfachen Spielmodi erklingen, Kritik an Entwicklern, die solche nicht einbauen wird laut. Cuphead hat diese Diskussion zuletzt erneut entfacht.
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Indie, Spielereviews

Neofeud: Gibt es Sozialarbeiter in Westeros?

Wir leben in einer Welt, in der nahezu jede Nische mit genug Konkurrenz ausgefüllt ist, dass es fast obsolet wird, Dinge zu erklären; viele ausufernde Erklärungen lassen sich mit Aussagen wie „Es ist so ein bisschen wie…“ auf das Nennen einiger Gemeinsamkeiten herunterdampfen. Viele Schreiber, mich eingeschlossen, nehmen diese einfache Route zum Verständnis. Zu viele, zu oft. Immerhin haben wir aus dieser Art des Diskurses schon meme-trächtige Stilblüten wie „the Dark Souls of“ bekommen. Das Dark Souls der Waschmaschinenlieferdienste, das Game of Thrones der Straßenmusikervereinigungen. Noch schlimmer gehts eigentlich nur, wenn sich Produkthersteller oder Dienstleiter selbst solchen Vergleichen in ihren Werbekampagnen unterwerfen. Weiterlesen „Neofeud: Gibt es Sozialarbeiter in Westeros?“

Spielereviews, Texte über Anderes

Münchner Spielszene #2: Talk & Play #1 im Werk1

Am 26. September 2017 fand das aus Berlin stammende Talk & Play-Konzept zum ersten Mal im Münchner Werk1 statt. Ausrichter war die Organisation Games / Bavaria, moderiert wurde das Event von Robin Kocaurek, ehemals Teil des Shift Happens-Entwicklers Klonk Games und nun selbst bei Games / Bavaria angestellt.
Viele Fotos des Events finden sich auf der Facebook-Seite von Games / Bavaria.
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The Joy of Playing Wolfenstein: The New Order While Being German. Pascal Wagner, Unwinnable Monthly 95
AAA, English Texts, Spielereviews

Leseprobe: „Wonderful and Fantastic – The Joy of Playing Wolfenstein: The New Order While Being German“ – Unwinnable 95

Für das amerikanische digitale Indie-Magazin Unwinnable habe ich eine Liebeserklärung an Wolfenstein: The New Order und was es für mich als in Deutschland Aufgewachsenen bedeutete, dieses Spiel zu spielen. Entgegen dem ersten Anschein geht es dabei nicht hauptsächlich um die Zensuren der Vorgänger oder die gemachten Änderungen in The New Order: Es geht um die Leichtherzigkeit, mit der Wolfenstein eine Horrorvision der Zukunft zu einem Spielplatz macht, auf der die eigenen Verklemmungen und Ängste der deutschen Vergangenheit gegenüber in Angriff genommen werden können. Weiterlesen „Leseprobe: „Wonderful and Fantastic – The Joy of Playing Wolfenstein: The New Order While Being German“ – Unwinnable 95″

Indie, Spielereviews

Im Westen nix…farbiges

Spiele im Wilden Westen sind rar, und weil es so wenige gute gibt, wird dann auch noch meistens Red Dead Redemption als Paradebeispiel aufgezogen. Das Studio Asymmetric ist sich dessen bewusst und liefert nun mit West of Loathing endlich eine anspruchsvolle, historisch relevante Adaption des uramerikanischen Klassikerthemas. Weiterlesen „Im Westen nix…farbiges“