Nichtspielkultur, Spielereviews

Münchner Spielszene #2: Talk & Play #1 im Werk1

Am 26. September 2017 fand das aus Berlin stammende Talk & Play-Konzept zum ersten Mal im Münchner Werk1 statt. Ausrichter war die Organisation Games / Bavaria, moderiert wurde das Event von Robin Kocaurek, ehemals Teil des Shift Happens-Entwicklers Klonk Games und nun selbst bei Games / Bavaria angestellt.
Viele Fotos des Events finden sich auf der Facebook-Seite von Games / Bavaria.
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Indie, Nichtspielkultur, Retro, Spielereviews

Unaufhaltsamer Zerfall

Wenn man sich so gerne mit kleinen, unbekannten Spielen beschäftigt, wie man das als Blogger über Indiegames tun sollte, dann stößt man irgendwann unweigerlich auf Legend of Silence. Der beinahe komplett vergessene kleine Plattformer für das NES spielt mit so ungewöhnlichen, bedrückenden Mechaniken, dass er schon zu seiner Zeit völlig verloren gegangen zu sein scheint.

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Nichtspielkultur, Retro, Spielereviews

Final Fantasy 5: Four Job Fiesta!

Wenn irgendwelche coolen Sachen mit Spielen angestellt werden, die ich ohnehin schon liebe, werde ich immer aufgeregt. Gaming Events mit wohltätigem Hintergrund stehen dabei wohl ganz oben. Awesome Games Done Quick und Summer Games Done Quick kennen wir alle. Aber ebenfalls einmal im Jahr findet ein Charity-Event rund um das (unangefochten) beste Final Fantasy-Spiel aller Zeiten statt: Die Four Job Fiesta für Final Fantasy V, bei der jedes Jahr ordentlich Geld für Child’s Play gesammelt wird.
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Nichtspielkultur, Spielereviews

Münchner Spielszene #1: Escape Game Munich – Das Geisterhaus

Ein schönes Beispiel für den kulturellen Einfluss von Videospielen auf die Welt da draußen bietet sich dem, der schon einmal etwas von Escape Games gehört hat. Das sind Räume, in die sich Menschen freiwillig und gegen nicht wenig Geld einsperren lassen, um anschließend die darin angelegten Rätsel und Herausforderungen unter Zeitdruck zu lösen. Am Ende winkt der Schlüssel zum Ausgang – doch hauptsächlich geht es um das Erfolgserlebnis, um den Adrenalinstoß und um das Setting, in dem der entsprechende Raum dekoriert ist.

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Nichtspielkultur

Switch-Merchandise Verlosung

Neulich auf dem Nintendo Switch-Event in München hat sich die PR-Abteilung nicht lumpen lassen und ein wenig Switch-Merchandise verteilt. Und da der Launch am 03. März ansteht und es unter euch ganz sicher Leute gibt, die mehr Spaß an diesen Sachen haben werden als ich, verlose ich sie doch einfach. Das hier gibt’s zu gewinnen:

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Feature, Nichtspielkultur

Torchwood (Staffel 1, 2, Children of Earth)

Es musste ja früher oder später so weit kommen. Erstens, dass ich mich an einen Text über ein im Medium Film angesiedeltes Produkt traue. Zweitens, dass er sich mit meiner Darling-Serie Doctor Who oder in diesem Fall dessen blutiger Schwester Torchwood befasst. Weiterlesen „Torchwood (Staffel 1, 2, Children of Earth)“

Feature, Indie, Nichtspielkultur

Comic-Exkurs: Prophetica: Prophecy One

Heute habe ich etwas ungewöhnliches getan: Ich habe einen Comic gelesen. Eigentlich mache ich das gar nicht gerne. Ich möchte meine Geschichten von Worten vermittelt bekommen, nicht von Bildern; eine Kombination dessen mit Fokus auf den Bildern erscheint mir immer minderwertig. „Show, don’t tell“ ist einfach, wenn man das Zeigen mit Bildern verrichtet; Beeindruckend ist es nur dann, wenn es die Worte schaffen. Aber heute habe ich mir einen Comic durchgelesen, auf den ich gestoßen bin, weil er von einem Spieleentwickler stammt: Prophetica. Vince Twelve aus Nebraska hat zuvor das von Wadjet Eye Games gepublishte Point & Click-Adventure Resonance entwickelt. Wer meinen Technobabylon-Test kennt, weiß dass ich alle von Wadjet Eye Games gepublishten Point & Click-Adventures liebe, Resonance ist da keine Ausnahme. Daher wollte ich sehen, womit Twelve nun seine Zeit verbringt. Prophetica: Prophecy One ist quasi die Pilotfolge der Prophetica-Reihe. Hier versucht euch nun ein Comic-Desinteressierter beizubringen, was er von Prophetica hält.

Es ist natürlich eine Krux über die Story eines Comics zu reden, weit mehr als bei Spielen; Und Twelve hat mich auch verständlicherweise gebeten, es nicht zu tun und möglichst keine verräterischen Screenshots zu veröffentlichen. Also sachte: Prophetica scheint auf einem Wüstenplaneten zu spielen, voller fantastischer Kreaturen und einer degenerierten menschlichen Kultur – wer da Mad Max denkt, könnte vielleicht gar nicht so falsch liegen. In dieser Welt ist Religion eine tragende Säule, und eine, nein die religiöse Schrift, die Prophetica, lässt folgendes verlauten:

When the pretender’s seed finds purchase in the fertile soil of civilization… the procession must begin.

Wenn der Samen des Täuschers im fruchtbaren Boden der Zivilisation zu gedeihen beginnt, muss die Prozession beginnen.

Die Prozession, das ist ein Zug durch die Wüste, dessen Länge nicht in Schritten, sondern in geopferten Leben gemessen wird. Und auf einem solchen Zug wird der Grundstein gelegt für einen Ruck, der die nächsten Jahrhunderte der Zivilisation erschüttern wird.

Eines der Dinge, die mich an Comics so stören, ist die Aufdröselung der Geschichte in unzählige Ausgaben, die Wartezeiten dazwischen und die horrenden Preise für jedes einzelne Bruchstück. Prophecy One ist ebenfalls nur der erste Teil der Prophetica-Reihe, und bisher auch der einzige fertige. Das kann man Twelve aber nun wirklich nicht vorwerfen; neben ihm arbeiten nur drei weitere Leute an dem Projekt, etwa als Zeichner. Logischerweise fallen die Wartezeiten da lange aus, was aber verständlich ist. Auch beim Preis versuchen die Menschen hinter Prophetica der typischen Melkfalle vorzubeugen: Prophetica wird im pay-what-you-want Modell auf der Website angeboten. Erst mal ausprobieren und später zahlen geht genau so klar wie gar nicht zahlen, aber vielleicht etwas Werbung machen, oder dem Team eine großzügige Spende dalassen.

Beim Beschreiben meiner Beziehung zu Prophetica versagen mir beinahe die Worte. Wie nennt man das, wenn man einen Zeichenstil gut findet? Viel mehr kann ich als Kunstlaie dazu ja kaum sagen. Die „Grafik“ von Prophetica ist dreckig und detailliert, die ausgedörrte Körper der Wüstenwanderer zeigen in jedem Strich ihren Durst und ihr Leid. Die Tiere wirken ein wenig wie Kreationen von George Lucas – auf die gute Weise (ist es nicht traurig, dass man das bei George Lucas immer dazusagen muss? Braun, ockergelb und der pink-orange Farbton des fremden Sandes bestimmen das Bild. In dieser Hinsicht bleibt Prophetica sehr konservativ postapokalypisch.
Zur Story kann und will ich nur sagen, dass Prophecy One eine gelungene Frage aufwirft, den berühmt-berüchtigten Cliffhanger schafft es also: Und was der Prozession und einem gewissen Mädchen, das wohl als Protagonist der Serie ihr Debüt hatte passiert, lässt mich tatsächlich mit Spannung erwarten, wie das wohl weitergeht. Es soll ja nicht einfach dort weitergehen, angeblich. Nein, Prophetica soll sich über mehrere Jahrhunderte in besagter Zivilisation spannen. Welche Auswirkungen wird der gezeigte Wendepunkt haben? Das Konzept ist mir in den Medien, die ich konsumiere, eher wenig bekannt. Also Respekt, Vince Twelve, dafür mich an den Haken bekommen zu haben. Ich freue mich tatsächlich auf Prophecy Two. Vielleicht lese ich ja jetzt irgendwann auch mal freiwillig einen anderen Comic.