Ein hübscher, brennender Haufen

Jetzt noch einen Artikel über Star Wars Battlefront II zu schreiben ist undankbar. Ich komme eigentlich nicht darum herum, zu erwähnen, wie das Spiel zum Flaggschiff einer Glücksspiel-Diskussion wurde, die bis vor die Gerichte und Landtage des Erdkreises schwappt. Jeder Artikel muss – und das zu Recht – damit eröffnen, dass EAs Lootbox-Praxis allerunterste Schublade ist, dass der gesamte Multiplayerteil sich raubtierartig auf jüngere Spieler und solche mit Suchtgefahr stürzt und dass auch das zeitweise Herausnehmen der Bezahlwährung das System nicht besser gemacht hat. Ohnehin kommt die Aufforderung zur Echtgeldinvestition ja im nächsten Jahr wieder, EA und Dice möchten nur das Weihnachtsgeschäft so unfallfrei wie möglich mitnehmen.
Kurzum: Jeder Text über Star Wars Battlefront II sollte betonen, dass man dieses groteske Machwerk der Unternehmenslogik nicht kaufen sollte. Das sei hiermit getan. Unterstützt das nicht; kauft es nicht. Weiterlesen

Vom Horror in The Evil Within

The Evil Within ist ein paar Jahre alt, der folgende Text enthält den einen oder anderen Spoiler. Diese sollten aber nicht weltbewegend sein und verraten auch keine großen Plot-Twists oder Ähnliches (Außerdem erschien vor einigen Tagen der Nachfolger; wer diesen Text liest, wird den Erstling mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohnehin gespielt haben).

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The Joy of Playing Wolfenstein: The New Order While Being German. Pascal Wagner, Unwinnable Monthly 95

Leseprobe: „Wonderful and Fantastic – The Joy of Playing Wolfenstein: The New Order While Being German“ – Unwinnable 95

Für das amerikanische digitale Indie-Magazin Unwinnable habe ich eine Liebeserklärung an Wolfenstein: The New Order und was es für mich als in Deutschland Aufgewachsenen bedeutete, dieses Spiel zu spielen. Entgegen dem ersten Anschein geht es dabei nicht hauptsächlich um die Zensuren der Vorgänger oder die gemachten Änderungen in The New Order: Es geht um die Leichtherzigkeit, mit der Wolfenstein eine Horrorvision der Zukunft zu einem Spielplatz macht, auf der die eigenen Verklemmungen und Ängste der deutschen Vergangenheit gegenüber in Angriff genommen werden können. Weiterlesen

Inferno

Das Eingangsszenario von Hellblade befördert Senua in eine grauenhafte Parallelversion von Dante Alighieris Comedia: Verzweiflung ob des Tods ihres Geliebten Dillion treibt sie in die nordische Unterwelt, um dessen Seele aus den Fängen der Totengöttin Hel zu befreien. Mit dem Boot begibt sie sich vor die Tore der physisch manifestierten Hölle, wo sie ganz wie Dante im Limbo auf einen guten Geist trifft, der sie bei ihrem Unterfangen begleitet. Druth, der ausgestoßene Geschichtenerzähler, dessen Wissen um die Riten der Nordmänner Senuas einziger Anhaltspunkt auf Dillions Verbleib ist, hilft der keltischen Kriegerin im Verlauf des Spiels mehr als einmal dabei, sich nicht von den Ängsten und Stimmen in ihrem Kopf niederreißen zu lassen. Weiterlesen

Utawarerumein-gottwasfüreinname

Während ich auf eine gezeichnete Badeszene mit einer fuchsohrigen Frau und einer gerade so volljährigen japanischen Prinzessin starre, frage ich mich, wie ich hierher gekommen bin. Was habe ich bis dato falsch – oder richtig – gemacht, damit SpielerZwei mir den Link zu Utawarerumono: Mask of Deception mit den Worten „Wäre das nicht was für dich?“ schickte? Weiterlesen