Inferno

Das Eingangsszenario von Hellblade befördert Senua in eine grauenhafte Parallelversion von Dante Alighieris Comedia: Verzweiflung ob des Tods ihres Geliebten Dillion treibt sie in die nordische Unterwelt, um dessen Seele aus den Fängen der Totengöttin Hel zu befreien. Mit dem Boot begibt sie sich vor die Tore der physisch manifestierten Hölle, wo sie ganz wie Dante im Limbo auf einen guten Geist trifft, der sie bei ihrem Unterfangen begleitet. Druth, der ausgestoßene Geschichtenerzähler, dessen Wissen um die Riten der Nordmänner Senuas einziger Anhaltspunkt auf Dillions Verbleib ist, hilft der keltischen Kriegerin im Verlauf des Spiels mehr als einmal dabei, sich nicht von den Ängsten und Stimmen in ihrem Kopf niederreißen zu lassen. Weiterlesen

Star Dread: All for Nought

Captain Yager seufzte, als das massive, überlange Artillerieschiff langsam, aber unaufhaltsam in den Hangar eindrang. Die Spitze der mächtigen Waffe glühte sanft rot und pulsierte, als hätte sie einen eigenen Herzschlag. Die eingeklappten Seitenruder gaben dem Schaft der Maschinerie den Anschein von muskulösen Schwellungen, die durch die sanfte Vibration der leerlaufenden Triebwerke besonders betont wurden. Weiterlesen

Unaufhaltsamer Zerfall

Wenn man sich so gerne mit kleinen, unbekannten Spielen beschäftigt, wie man das als Blogger über Indiegames tun sollte, dann stößt man irgendwann unweigerlich auf Legend of Silence. Der beinahe komplett vergessene kleine Plattformer für das NES spielt mit so ungewöhnlichen, bedrückenden Mechaniken, dass er schon zu seiner Zeit völlig verloren gegangen zu sein scheint.

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Welches Jahr haben wir?

Meine Güte, so alt bin ich doch nun auch wieder nicht. Oder doch? Man sagt ja gern, dass man nur so alt ist, wie man sich fühlt. Dass ich demnach auf der Ebene des Humors eben erst der Krabbelgruppe entwachsen bin, dürfte den meisten Leuten, die mich länger als zwei Minuten kennen, klar sein. Zumindest reicht schon ein klassisches Furzkissen aus, um mir minutenlang Lachtränen in die Augenwinkel zu zaubern. Aber wenn man den Videospielemarkt ein bisschen im Blick behält, fällt schon eine gewisse Tendenz auf. Eine Tendenz, die wie gemacht ist für Menschen wie mich, deren inneres Spielkind einfach nicht erwachsen werden will.

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Utawarerumein-gottwasfüreinname

Während ich auf eine gezeichnete Badeszene mit einer fuchsohrigen Frau und einer gerade so volljährigen japanischen Prinzessin starre, frage ich mich, wie ich hierher gekommen bin. Was habe ich bis dato falsch – oder richtig – gemacht, damit SpielerZwei mir den Link zu Utawarerumono: Mask of Deception mit den Worten „Wäre das nicht was für dich?“ schickte? Weiterlesen

So ein Feuerball, Junge!

2015 habe ich voller Ehrfurcht einen Text darüber verfasst, wie mich das damals neu erschienene N++ in die Knie gezwungen hat. Heute möchte ich dieses Lob auf Splinter Zone ausweiten. Ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß daran, zu versagen. Das möchte ich vor allem dem schnellen Spielgefühl zuschreiben – und den tollen Explosions-Partikeleffekten. Weiterlesen

Ein Bilderspielbuch: Burly Men at Sea

Den Wert von kurzen, stark narrativ gesteuerten Spielen bemerke ich in letzter Zeit ganz besonders. Mit Leaving Lyndow und Takume haben sich mir Geschichten präsentiert, die in weniger als einer halben Stunde erzählt waren und mich dabei doch sehr berührt haben. In Burly Men at Sea habe ich zwar insgesamt deutlich mehr Zeit auf dem Zähler, doch die Geschichten, die ich darin erfahre, sind kaum länger als die von Takume. Weiterlesen