Retro, Spielereviews, Texte über Anderes

Final Fantasy 5: Four Job Fiesta!

Wenn irgendwelche coolen Sachen mit Spielen angestellt werden, die ich ohnehin schon liebe, werde ich immer aufgeregt. Gaming Events mit wohltätigem Hintergrund stehen dabei wohl ganz oben. Awesome Games Done Quick und Summer Games Done Quick kennen wir alle. Aber ebenfalls einmal im Jahr findet ein Charity-Event rund um das (unangefochten) beste Final Fantasy-Spiel aller Zeiten statt: Die Four Job Fiesta für Final Fantasy V, bei der jedes Jahr ordentlich Geld für Child’s Play gesammelt wird.
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AAA, Spielereviews

Cid für die Hose

Es musste ja irgendwann so weit kommen, dass ich ein Free2Play-Spiel in den Himmel lobe. Und dann auch noch einen dieser Browsergame-Verschnitte mit Ausdauerpunkten. Hilfe, Kupo. Weiterlesen „Cid für die Hose“

Indie, Spielereviews

Assault Android Cactus – Nicht nur lustig, auch genial

Twin Stick-Shooter sind nicht unbedingt meine Spezialität. Die meisten sehen entweder so epileptisch aus, dass ich sie nicht anfassen mag (Geometry Wars *hust*), oder sie bedienen sich der allseits beliebten, total ausgenudelten Zombiethematik. Trotzdem mag ich Twin Stick-Shooter. Schon allein durch ihre Gamepad-Abhängigkeit müssen sie mir als Konsolenkind in gewisser Weise nahe stehen. Und zum großen PSN-Hack von 2011, als es Dead Nation auf amerikanischen PlayStation Network-Accounts kostenlos zum Herunterladen gab, hatte ich damit so viel Spaß, dass ich mit Freuden die Platin-Trophäe erreicht habe. Das war mein letzter Twin Stick-Shooter vor dieser Woche. In den letzten paar Tagen habe ich sowohl Geometry Wars 3: Dimensions Evolved auf der PlayStation Vita als auch Assault Android Cactus ausprobiert, und ich bin beide unendlich verliebt.

Dass Geometry Wars ein gutes Spiel ist, wissen diejenigen, die sich für die Art von Spielerlebnis interessieren und die entsprechenden Plattformen haben sowieso. Assault Android Cactus hingegen ist (schon allein aufgrund des Namens) nicht jedem ein Begriff. Und das sollten wir ändern. Denn AAC ist der möglicherweise beste Twin Stick-Shooter auf dem Markt (Derzeit sage ich das häufig über ein Spiel und sein Genre…), und das quasi aus dem Nichts. Zugegeben, Cactus befand sich zwei Jahre lang im Early Access-Status auf Steam, doch aufgrund seiner Nischigkeit und des überlaufenen Early Access-Angebots sagt das ja noch absolut gar nichts über die Bekanntheit eines Spiels aus. Doch die lange öffentliche Entwicklungszeit hat dem Spiel gut getan.

Cactus ist ein Android. Genauer gesagt eine von insgesamt acht Androiden mit ähnlich intelligenten Namen wie Starch und Aubergine. Als Teil einer Art intergalaktischen Polizei ist sie beauftragt worden, einen Raumfrachter zu durchsuchen, der plötzlich den Geist aufgegeben hat. Selbstredend fängt die gesamte robotische Besatzung des Frachters nach Cactus‘ Ankunft an sie aus allen Rohren zu beschießen, und Cactus muss sich gemeinsam mit der Androidenbesatzung gegen die schwärmenden Massen an überraschend gut bewaffneten Arbeiterroboter wehren. Zu diesem Zweck macht sie Jagd auf die vier Kontrolleinheiten des Schiffs, die unterschiedliche Bereiche betreuen: Klassische riesige Bossmonster, samt Einführungsdialog und mehreren Kampfphasen. Aber um dahin zu kommen, müssen sich die Androiden zuerst durch mehrere unterschiedlich aufgebaute, kleine Gebiete voll Wellen an Kroppzeug schießen. Dabei hat jeder Android seine eigene Bewaffnung, die jeweils aus einer dauerhaft einsetzbaren Primär- und einer zeitlich begrenzten Sekundärwaffe besteht. Welchen Androiden man benutzt, um die Highscores der Level zu knacken, die Story durch zu spielen oder den Endlos-Modus zu bezwingen macht keinen Unterschied. Nach jedem Geschichtslevel lässt sich sogar nach Belieben wechseln. Ich habe volle Kontrolle darüber, wie ich das Spiel spielen möchte. Sehr gut!

Und wie sich das Spiel spielt. Mein persönlicher Liebling ist Starch mit ihrem durchgehenden Laser, doch alle Androiden steuern sich gleich gut und tun, was sie tun sollen: Ein Effektgewitter auf riesige Horden unterschiedlicher Gegnerformen abfeuern, Punkte aufsammeln und Power Ups freiballern. Je mehr Punkte ich sammle, desto stärker wird meine Primärwaffe. Power Ups bestehen aus zusätzlicher Feuerkraft, schnellerem Rennen oder dem Einfrieren aller Gegner im Raum. Minimalismus, der das Spiel auf genau die Features reduziert, die es braucht. Und graphisch geht es dabei ganz und gar nicht minimalistisch zu. Denn Assault Android Cactus sieht auf der höchsten Stufe fantastisch aus, nicht nur in Hinsicht auf die Effekte, sondern auch bei den Charakteren. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt, der Stil funktioniert super. Und der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Die Dialoge zwischen den Androiden und zwischen Android und Boss sind herrlich dämlich, gerade die Bosse erinnern mich unweigerlich an alte Klassiker wie Mega Man (schon allein durch die Thematik der Robotic Overlords). Und wer mehr zu lachen braucht, für den ist bei den freischaltbaren Gegenständen gesorgt: Mit durch Highscores erzielten Credits lassen sich unterschiedliche Filter für die Kamera freischalten oder ein das Spiel noch ulkiger wirken lassender Small Head Mode. Und einfach weil sie es fertig gebracht haben, haben die Entwickler von Witch Beam einen First Person Shooter-Modus eingebaut, wenn man einmal hautnah Android sein möchte. Funktioniert nicht die Bohne, ist aber eine super Idee. Calling it now: Best Twin Stick ever.

Indie, Spielereviews

Quickshot: Grampa vs Zombies

Kurze Tests für kleine Spiele: Nicht jedes Spiel hat genug Inhalt, um eine vollwertige Review darüber zu schreiben. Manch anderes geht dagegen zwischen den jährlichen Blockbuster-Releases komplett unter, weil einfach niemand die Zeit findet sich damit zu beschäftigen. Das heißt aber bei weitem nicht, dass diese Spiele es nicht wert sind angesehen und gespielt zu werden. Deswegen soll diese Kategorie dazu dienen, auch den kleinsten oder nischigsten Titeln ihren Platz an der Sonne zu liefern. Los geht’s heute mit Grampa vs Zombies – inklusive Rocketbeans T.E.A.R.S. Edition.

Wer?

Hinter Grampa vs Zombies steht Laserpotato – ein neu gegründetes Berliner Zweimann-Entwicklerstudio. Das besteht aus Maik Hebestadt und Oskar Pannier. Panniers Name ist bekannt: Er ist für Shakes & Fidget und die Diablo-Comicreihe Hell Yeah!, malt Bilder für Merchandise von Gronkh und seit einer Weile auch für die Rocketbeans. Grampa vs Zombies ist Laserpotatos erstes Spiel und wird vor allem durch seinen sehr Pannier-typischen Comiclook geprägt.

Opa Röder hat nicht mehr den stärksten Gewehrarm, aber sonst hätte der Spieler ja auch nichts mehr zu tun.
Schlichte Aufmache, aber gute Umsetzung: Nicht von der Grafik abschrecken lassen.

Was?

Grampa vs Zombies lehnt sich nicht nur namentlich an Popcaps Tower Defense-Hit Plants vs. Zombies an. Wie bei PvZ laufen auch bei Grampa vs Zombies selbige Untote von rechts nach links auf das Haus zu, dass es zu verteidigen gilt. Manche Zombies schützen sich dabei mit Helmen vor Beschuss, manche springen auf Pogosticks und manche sind drei Meter hoch und trampeln bei ihrem Ansturm auch schon mal andere Zombies nieder. Vor dem beschaulichen Heim auf der linken Seite sitzt Grampa im Schaukelstuhl, und wenn den einer der Gehirnfresser erwischt heißt es Game Over.
Statt mit Pflanzen allerdings verteidigt sich der wehrhafte Opa mit Waffengewalt. Flugs packt er seine Flinte aus und schießt den Zombies die Köpfe weg. Mit einem simplen Druck auf die rechte Bildschirmseite wird geschossen, schießt man eine Sekunde lang nicht läd Grampa automatisch nach. Das Problem: Grampas Wehrmachttage sind schon eine Weile vorbei und so ein Gewehr ist ganz schön schwer für einen alten Mann. Während er also versucht auf die Köpfe der Untoten zu zielen wackelt er wie wild, zielt mal zu hoch und mal zu niedrig und hält generell nie still. Dadurch liegt es also am Spieler, den richtigen Moment abzupassen, um einen Schuss abzufeuern. Alternativ gibt es auch noch einen Modus, in dem sich Grampas Arm nur hebt, wenn man den Finger auf dem Touchscreen lässt. Damit lässt sich genauer schießen, wenn man sich allerdings verschätzt kann es ganz schnell passieren, dass der Arm nicht mehr rechtzeitig oben ist. Mir persönlich gefällt dieser „Weak Arm“ Modus aber deutlich besser als der normale.
Für Kills und Killstreaks gibt es Punkte für die Highscoreliste sowie Geschenke, in denen Gegenstände stecken, die jedoch rein kosmetischer Natur sind. Da tragen die Zombies dann Wikingerhelme oder Opa schießt statt mit seiner Flinte mit einem alten Karabiner oder einer Laserwumme. Grampa vs Zombies ist Free to Play und finanziert sich über Werbebanner zwischen den Runden, Videos kann man freiwillig ansehen, um sich zusätzliche Kosmetik zu verdienen. Und hier wird es schön: Optional zur Entfernung von Werbung und zu Mikrotransaktionen in Form von kaufbaren Geschenken gibt es auch noch die Rocketbeans T.E.A.R.S. Edition von Grampa vs. Zombies. Die ist in Zusammenarbeit mit den Rocketbeans entstanden und beinhaltet Hintergründe, Kosmetikitems und Musik aus T.E.A.R.S., und am allerwichtigsten: Die Opa Röder-Kleidung und das Röder-Stimmenpaket für Grampa, eingesprochen von Nils Bomhoff. Die Zombies werden von den anderen Rocketbeans-Jungs eingestöhnt. Wer T.E.A.R.S. nicht kennt: Dabei handelt es sich um die erste Staffel des Pen and Paper-Projekt der Rocketbeans unter der Leitung von Hauke Gerdes. Die zweite Staffel ist grade angelaufen und beschäftigt sich unter dem Namen B.E.A.R.D.S. mit dem Wikingersetting.
Mit T.E.A.R.S.-Soundtrack im Hintergrund, der Optik von Nils‘ Charakter Röder und vor allem der ziemlich trashigen, aber ordentlich witzigen Vertonung („Mein Name ist Geronimo Röder und ich wohne hier!“) wird Grampa vs Zombies gefühlt zu einem ganz anderen Spiel, da kommt dann erst so richtig Motivation auf. Auf den Soundtrack sei hierbei nochmal besonders hingewiesen, der Titelsong Dungeons and Swagons fügt sich perfekt in Grampa vs Zombies hektisches Geballer ein. Außerdem geht ein Teil der 2,99€, die für den T.E.A.R.S.-Part fällig werden als Unterstützung direkt an die Rocketbeans. Einziger Wermutstropfen: Werbung muss man dennoch separat wegkaufen, bei knapp drei Euro hätte man die ruhig auch mit entfernen können.

Wo?

Grampa vs Zombies ist ein reines Appspiel und derzeit im App Store und im Play Store kostenlos erhältlich. Die Android-Version wird derzeit komplett überarbeitet, da sie mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Laserpotato stellt das Spiel nun komplett auf die Unity-Engine um. Die neue Version soll hoffentlich bis Ende des Jahres fertig werden und ersetzt dann sowohl die Android- als auch die iOS-Version. Bereits gekaufte In App-Käufe sollen auf die neue Version übertragen werden.