Das Science Fiction Jahr 2016 und The Age of Decadence

Dieser Text ist Teil der Gamessparte des Science Fiction Jahr 2016-Buchs, das seit 2015 im Golkonda-Verlag erscheint. Vielen Dank an die Herausgeber Hannes Riffel und Sascha Mamczak und an den Redakteur der Sparte, Alexander Müller aka molosovsky, dafür dass ich mitschreiben durfte! Das Jahrbuch gibt es als Paperback und als eBook zum Beispiel auf Amazon (kein Affiliatelink), wenn euch mein Beitrag gefällt, dann mögt ihr den Rest sowieso. Weiterlesen

Genreüberblick: Waffen in Spielen (VISIER SPECIAL, Ausgabe 80)

Visier Special, Ausgabe 80-2016

Visier Special, Ausgabe 80-2016

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der Zeitschrift Visier, Ausgabe 80 vom Februar 2016. Thema der Sonderausgabe war Waffen und Computer-Spiele.

Auch wenn Egoshooter die prominentesten Showcases von Waffen in Videospielen sind, so sind sie doch natürlich nicht die einzigen. Fast kein Genre kommt ohne Bewaffnung in irgendeiner Form aus, und dabei muss der Grund nicht zwingend immer Schießen oder Zustechen sein. Waffen sind ein Teil von Videospielen, seit diese existieren. Weiterlesen

Abgrund stürzend Funken schlagen

Only, in light…

Dark Souls 3 ist da, und es scheint alles zu sein, was ich mir als Souls-Fan erträumt habe. Meine Stimmung jedes Mal schlägt um, sobald ich die wunderschönen Lichtverhältnisse des nächsten neuen Gebiets betrete. Und falls diese dann auch noch mit den seltenen, leisen Klängen bestimmter Hintergrundmusikstücke begleitet werden, komme ich ins Träumen, je nach Atmosphäre düster oder hoffnungsvoll. Weiterlesen

Von alten Jägern lernt man das Töten

Ich habe mich lange darum herum geschlichen, über die Souls-Serie zu schreiben. Eigentlich verwunderlich, wo ich doch mittlerweile auch im AAA-Bereich so gerne über meine Lieblingsspielserien schwärme, ihnen mein Vertrauen ausspreche und sie anschließend von mir stoße. Bei Demons‘ Souls samt Erben bin ich jedoch stets schüchtern. Das liegt wohl vor allem daran, dass keine andere Serie für mich persönlich so nah an der spielerischen Perfektion liegt und ich daher wohl keine liebere Lieblingsserie habe als eben Souls. Einen imperfekten Text zu Fallout gestehe ich mir so weit zu, wie ich Bethesda auch ein Fallout mit verhunztem Dialogsystem verzeihe. An dem habe ich ja auch trotzdem Spaß. Aber einen nicht nahezu perfekten Text über die Souls-Reihe kann ich mir selbst genauso wenig verzeihen wie ich From Software den Smelter Demon oder die Royal Rat Authority durchgehen lasse. Leck mich, Dark Souls 2.
Perfektion in einem subjektiven Text über die Stärken und Schwächen eines Spiels ist natürlich Quatsch. Gut soll er trotzdem sein. Und nachdem The Old Hunters aus dem etwas zu kurz geratenen, aber dennoch fantastischen Bloodborne ein Meisterstück auf Höhe von Dark Souls: Prepare to Die macht, brennt es mir nun unter den Fingern, meine Meinung loszuwerden. Daher picke ich jetzt in meiner liebgewonnenen Absatzflut einige Aspekte vom Addon zu Bloodborne heraus und erzähle möglichst spoilerfrei, warum ich dem Hunter’s Nightmare am liebsten die Füße küssen würde.

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Das andere Postapokalypsespiel, von dem alle reden

Natürlich muss ich mich mit Fallout 4 beschäftigen. Nachdem ich auf dem besten Weg dahin bin, in Bethesdas Ödlandshooter genauso viele Stunden zu stecken wie in Metal Gear Solid V, möchte ich dem Spiel ja auch den gebührenden Respekt zollen. Reviews gibt es ja aber zuhauf, und auf Fallout 4 aufmerksam machen muss ich denke ich auch niemanden. Daher folge ich ein wenig dem Muster meines ersten Metal Gear Solid V-Blogeintrags: Was ich mag und was mich stört an Fallout 4, in kompakten Absätzen untergebracht. Zu Diskussionen ob dieser sehr subjektiven Meinungspunkte lade ich hiermit herzlich ein.

Atom Bomb Baby: Der Soundtrack

Das offensichtlichste aus dem Weg: Der Soundtrack von Fallout 4 ist mindestens genauso großartig wie der von Fallout 3. Den einen über den anderen Stellen möchte ich hierbei nicht, dafür passen beide Auswahlen zu gut zu der Stimmung, die das entsprechende Spiel vermittelt. Die Songs des Ödlands der Hauptstadt sind verträumt, melancholisch, teilweise bedrohlich, aber auch ein Stück weit voller Hoffnung. Dagegen springen mich die Stücke im Boston Commonwealth förmlich aus dem Radio heraus an, sie sind heiter, verblendet von den amerikanischen Idealen der 1930er bis 1950er, jegliche Melancholie fehlt komplett, selbst die obligatorischen Ink Spots-Songs weinen weniger der verlorenen Liebe nach. Stattdessen geht’s um Wirtschaftswunder in Uranium Fever und ums Liebesspiel in Sixty Minute Man. Apropos Radio: Anfangs habe ich den Standardsender Radio Diamond City aufs übelste verflucht. Waren doch die ersten Gerüchte, die sich um Fallout 4 rankten, aus der Aussage des Three Dog-Sprechers Erik Todd Dellums entstanden, bald mehr Three Dog sprechen zu dürfen. Der gute Hund taucht im ganzen Spiel nicht einmal auf, dafür ein Radiomoderator, der sich selbst nicht so weit traut, wie er sich werfen kann. Glücklicherweise gibt es dafür eine Quest, die aus ihm einen ganz patenten Moderator macht. Damit kann ich leben. Und weil der Soundtrack so gut ist, springt euch jetzt auch mit jedem neuen Absatz ein neuer Song an.

Warum verliere ich eigentlich kein Wort zum Soundtrack von New Vegas? Der war, zugegeben, auch sehr gut auf die Atmosphäre der Mojave zugeschnitten. Problematisch nur, dass die Mojave bis auf ihren Vegasflitter kaum Atmosphäre vorzuweisen hatte. Ich hatte Spaß, zu Heartaches by the Number durch die Wüste zu laufen. Bleibende Eindrücke hinterlassen hat das Spiel aber leider nicht.

Sixty Minute Man: Commonwealth-Minecraft

Speaking of which: Die Minutemen-Questline macht mir dank ihrem Basenbau und der Siedlungsverwaltung obszön viel Spaß. Das mag daher kommen, dass ich aus einer sehr exzessiven Minecraft-Zeit komme, oder dass ich mit Lego aufgewachsen bin. Die Minutemen sind eine Art Commonwealth-weite Wachmannschaft, die sich an den Idealen der originalen Minutemen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg orientieren und das Ödland wieder aufbauen wollen. Das läuft dann so, dass ich als Spieler Hilferufen nachgehe, die mir nach und nach verschiedene bereits bewohnte Farmen als Sandkasten zum Bauen eröffnen. Plus meinem persönlichen Highlight: unbewohnte Orte, die ich selbst von Grund auf bebauen und besiedeln kann. Das Bausystem ist ziemlich gut und ausführlich, lediglich die Auswahl und exakte Positionierung von Gegenständen wird durch das First Person-Menü unnötig erschwert. Aber ich habe einen Heidenspaß daran, verschiedene Orte aufzubauen, die alle ihre eigene, von mir geschaffene Geschichte erzählen.

Civilisation: Es lebe der Fortschritt

Ein Punkt, der mir sowohl an Bethesdas The Elder Scrolls als auch der Fallout-Reihe immer sehr gefallen hat, ist die Kontinuität und Konsequenz der aufeinanderfolgenden Spiele. Jeder Titel ist ganz klar in der Zeitleiste verortet und übernimmt die Konsequenzen, die der vorherige Teil ausgelöst hat. Das ist mal mehr und mal weniger gut und glaubhaft, Skyrim etwa macht da einen sehr guten Job. In Fallout 4 sind die Auswirkungen aus Fallout 3 subtiler und gleichzeitig allgegenwärtig. Der Verlust der Verzweiflung im Commonwealth, über den sich ein großer Teil der Spieler so beschwert? Teil 4 spielt 10 Jahre nach Teil 3, in dem der Protagonist samt Vater einen Prototypen der Wasserreinigungsanlagen aktiviert und damit das Ödland von Washington D.C. mit sauberem Wasser versorgt haben. Kleinere Varianten dieser Anlage finden sich in jeder größeren Siedlung, selbst bauen kann ich sie in Fallout 4 auch. Trinkwasser ist immer noch ein hart erkämpftes Gut, aber es ist da. Farmen können an jeder geeigneten Stelle erblühen, und große Städte wie Diamond City können sich erfolgreich halten, da es ihnen nicht an Lebensmitteln mangelt. Warum noch gleich sollte das Commonwealth in der Verzweiflung versinken?
Auch die Brotherhood of Steel hat ihren würdigen Auftritt bekommen und eine Entwicklung erhalten, die mir sehr gut gefällt. Aus den Überresten des Enklave-Walkers aus Broken Steel hat die Bruderschaft innerhalb von 10 Jahren ein gigantisches Zeppelin gebaut, von dem jetzt die Vertibirds der Bruderschaft – ebenfalls alte Assets der Enklave – zur Patrouille durch das Commonwealth starten. Mal ehrlich, was hätte denn eine technologiegetriebene Gruppierung wie die Bruderschaft sonst mit einem riesigen Haufen Metal anstellen sollen?
Schön auch, dass dieser Fortschritt viel Raum für Anspielungen und Rückgriffe auf Bekanntes und Beliebtes lässt. Wer sich wie ich schon über Bob den Baum in Fallout 3 gefreut hat oder wer die Namen Little Lamplight, Madison Li oder Tranquility Lane kennt und mag, der wird auch in Fallout 4 das ein oder andere Mal freudig hüpfen.

Orange Coloured Sky: Strahlung trotz Hoffnung

Bei aller Freundlichkeit, die man dem Boston Commonwealth ankreiden kann, wenn man will – ganz so harmlos wie New Vegas‘ Mojave ist die Gegend dann doch nicht. Während in der Wüste um Vegas kaum Sprengkörper niedergingen, weil die von Mr. House installierten Flakbatterien die Stadt verteidigt haben, hatte Boston schlichtweg eine Menge Glück und war keinem direktem Treffer ausgesetzt. Stattdessen gingen die Bomben hauptsächlich im Südwesten der Karte in die Luft – und in diesem Ground Zero, der einige nette Überraschungen zu bieten hat, traut man sich besser nicht ohne Schutzanzug und Power Armor, kommen die Gräuel des Nuklearkriegs auch nach 210 Jahren noch bestens zur Geltung. Glühende Himmel, Todeskrallen und RAD-Skorpione in jeder Felsspalte und geschmolzenes radioaktives Material definieren diese Glowing Sea, wie das Gebiet im Spiel heißt. Dagegen sind die grün-glühenden Strahlungsstürme, die den Rest des Ödlands unregelmäßig überziehen, geradezu harmlos – aber mindestens genauso schön anzusehen. Nur in der Glowing Sea hatte ich wirklich ein Gefühl von Bedrohung, nur hier fühlte ich mich gezwungen, den bestmöglichen Nutzen von der Power Armor zu machen, die mir das Spiel so großzügig zur Verfügung stellt.

Mighty, Mighty Man: Die Power Armor

Apropos – Dass sich das erweiterte Craftingsystem von Fallout 4 nicht nur auf Siedlungen, sondern auch auf Waffen und Rüstungen erstreckt, ist eine tolle Sache. Dadurch profitieren auch diejenigen, die einfach nur ein besseres Schießeisen suchen, von Bethesdas Sammelwahn – oder leiden darunter, je nach persönlicher Präferenz. Das aus dem New Vegas-Addon Gun Runner’s Arsenal bekannte Waffenmodding hat eine dermaßen große Erweiterung erhalten, dass ich absolut verstehen kann, wenn die Entwickler dem eine prominente Plattform bieten wollen. Natürlich bietet sich dafür die Power Armor an, das Glanzstück der Fallout-Serie, seit Teil 1 auf dem Cover und in jedem Spiel meistgesuchtes Ausrüstungsstück überhaupt. Außer in Fallout 4. Da bekommt man seine erste in der zweiten Mission. Auch wenn das die schwächste Version ist, mit ein wenig Modding und Politur wird man damit in den ersten paar Missionen schon zur unsterblichen Killermaschine. Die Fusion Cores, mit denen man die Rüstungen betreiben muss, sind auch nicht so selten, dass ich mir Gedanken machen müsste, ob ich die Rüstung jetzt trage oder nicht. Und am schlimmsten ist, dass ich, egal wo ich hinsehe, die nächste Power Armor herumstehen sehe. Es gibt so viele alte Rüstungen in der Welt von Fallout 4, dass selbst mein Sammelwahn irgendwann die Schnauze gehalten hat. Selbst Raiderbosse können welche tragen. Jetzt weiß ich auch, wofür die Brotherhood ein Luftschiff braucht: Ohne hätte sie ihren Stachel in Fallout 4 ziemlich verloren.

Butcher Pete: Zu viel Geballer, wo sind meine Dialoge

Damit sind wir dann auch schon auf der Negativseite, die eigentlich nur von einem einzigen, dafür ziemlich großen Punkt belegt wird. Mit zu viel Power Armor kann ich leben, ich nutze sie sowie nicht wirklich. Dass das Menü immer noch total für’n Hintern ist, egal ob mit Maus oder Controller, ist mir insofern egal, weil ich die Immersion durch den Pip-Boy als wichtig genug erachte, um darüber hinwegzusehen. Außerdem habe ich gute Augen und einen riesigen Fernseher. Ja, Fallout 4 schafft es tatsächlich, das Pip-Boy-Menü noch kleiner zu machen als im Vorgänger.

Anyways – Fallout 4 hat die Kämpfe im Vergleich zu 3 und New Vegas deutlich verbessert. Gegen Destiny oder Battlefield hat es immer noch keine Chance, aber jetzt macht es wenigstens auch dann Spaß zu schießen, wenn das Vault-Tec Assisted Targeting System gerade Pause hat. Das scheint den Damen und Herren bei Bethesda allerdings ein wenig zu Kopf gestiegen zu sein, denn nun gibt es so viele Kämpfe wie nie zuvor. Selbst Skyrim hatte mehr Diplomatiequests als Fallout 4. Um das noch gravierender ins Gewicht fallen zu lassen, gibt es auch beinahe keine friedlich lösbaren Quests mehr. Mein Fallout 3-Charakter war Überredungsweltmeister. Keine Gesprächsoption entging ihm. Das hat mich vor so manchem schweren Kampf gerettet. Verdammt, selbst dem Boss der Hauptstory konnte man in bisher jedem Fallout die Pläne ausreden. Nicht so in Teil 4. Durch das enorm verschlankte Dialogssystem und das Fehlen der Skillpunkte hängen alle Gesprächsherausforderung nun einzig und allein vom Charismawert des Spielers ab. Und da man Spielern ohne hohes Charisma nichts verwehren möchte, gibt es durch solche Herausforderungen nur noch mehr Kronkorken, Erfahrung und Hintergrundinfos. Keine alternativen Lösungswege mehr, kein Friede. Der Preis des Mainstreams.

Halloween-Giveaway: Victor Vran

Update: Die Gewinner stehen fest – jeder, der kommentiert hat :) Bitte schreibt mir eure privaten Anschlussdaten o.ä., damit ich euch den Key schicken kann.

Ich teste derzeit (unter anderem) Victor Vran. Das von Diablo inspirierte und an The Incredible Adventures of Van Helsing erinnernde Hack and Slay ist schon eine Weile auf dem Markt, wird allerdings regelmäßig mit neuem Gratisinhalt versorgt. Das aktuellste Update versorgt den Schnetzler mit Halloween-Content und ist seit heute Mittag online, und zu diesem Zweck hat mir Haemimont Games freundlicherweise neben der Reviewkopie auch einige Keys für ein kleines Halloween-Giveaway gegeben. Deswegen gibt es jetzt hier auf meinem Block das erste Mal ein richtiges Giveaway! (Mein winziges The Stanley Parable-Verschenken im The Beginner’s Guide-Beitrag zählt nicht wirklich – läuft aber noch, solltet ihr euch bemüßigt fühlen, mir einen Kommentar da zu lassen)

Zur Qualität des Spiels kann ich noch nicht mehr sagen, als dass sich Victor Vran wunderbar flüssig steuert und durch den vom Diablo-Barbaren bekannten Sprung, der in Victor Vran eine dauerhaft verfügbare Bewegungsoption ist frisch, effektvoll und teilweise ganz schön hektisch daherkommt. Ein Test wird folgen, bis dahin könnt ihr ja aber vielleicht bereits selbst einen Eindruck vom Spiel erhalten, indem ihr einen der Keys gewinnt.

Was müsst ihr dafür also tun? Ich möchte von euch in den Kommentaren wissen, welche Spiele ihr kennt, die einen Halloween-Patch irgendeiner Art bekommen haben, und welchen davon ihr persönlich am besten fandet. Was wurde eingefügt und warum findet ihr das toll? Bei mir wäre das zum Beispiel eindeutig Terraria, wo sich zu Halloween die Untoten als normale Menschen verkleiden. Unter allen Kommentaren bis zum Dienstag, den 03.11.2015 20:00 Uhr werden dann 5 Keys zu Victor Vran verlost. Traut euch, kommentiert und erzählt mir von eurem liebsten Halloween-Contentupdate. Ich habe kaum Kommentare auf dem Blog, wie ihr sehen könnt, jeder Kommentar hier hat also große Chancen zu gewinnen! Happy Halloween und fröhliches Verkleiden!